”Ist der Himmel blau?” – Oder: Wie Panter agil arbeitet

Cas Caren Söhrich

Dieser Beitrag befasst sich mit dem Erfolg von Agilität bei digitalen (Gross-) Projekten. Er soll aufzeigen, wie sich ein gemeinsames Verständnis von agiler Entwicklung auf das Verhältnis von Auftraggebern und IT-Dienstleistern auswirkt. Dazu ist es wesentlich, jeweils die Perspektiven zu verändern und die Rollen ernst zu nehmen.

Dass ich darüber immer wieder nachdenke und am besseren Verständnis von Agilität arbeite, tragen alltägliche Situationen bei. Den aktuellen Input verdanke ich meiner 7-jährigen Tochter.

Vor zwei Tagen, abends am Esstisch, erzählt meine 7-jährige Tochter von einem Streit mit ihrer besten Freundin. Der Vorwurf lautete, dass ihre beste Freundin ihr absichtlich die Unwahrheit gesagt habe, sie also gelogen hat. Sie hatte zu ihr gesagt: “Bitte warte nach der Schule draussen auf mich!”.

Selbstverständlich wartete meine Tochter draussen auf ihre Freundin. Nach und nach verliessen alle anderen Schüler das Schulgebäude, von ihrer Freundin fehlte jedoch jede Spur. Offensichtlich muss diese, sich unter Zeitdruck wähnend, den Hinterausgang der Schule gewählt haben.

Für Sie mag diese Episode jetzt vielleicht ziemlich abstrakt klingen, jedoch sind wir Panter als IT-Dienstleister täglich mit durchaus vergleichbaren Situationen konfrontiert: So wurden oft Aussagen von Kunden nicht hinterfragt, sondern stattdessen Annahmen getroffen, was am Ende zu Konflikten führt und oft in kräfteraubenden Diskussionen endet darüber, wer was wann gesagt haben soll. Eben genauso wie bei meiner Tochter: Sie nahm an, dass ihre beste Freundin durch den Vorderausgang herauskommen wird, aber einen genauen Treffpunkt hatten die beiden nicht abgemacht. Um ihr das zu erklären, stellte ich ihr eine auf den ersten Blick wunderliche Frage: ”Ist der Himmel blau?”

Wie würden Sie diese Frage beantworten?

Für meine Tochter war die Lösung ganz offensichtlich, und daher antwortete sie sichtlich irritiert: ”Klar ist der Himmel blau!” Diese Antwort erwartend, forderte ich sie auf, aus dem Fenster zu schauen und mir die Farbe des Himmels zu beschreiben. Nun, an einem Sommertag, abends nach 21 Uhr ist dort nichts mehr blau. Erstaunt und etwas beleidigt kam die Antwort: ”Ja, jetzt ist er nicht mehr blau”. Daraufhin war es einfach ihr zu erklären, dass ihre Freundin auch draussen war, einfach an einem anderen Ort, und dass Informationen gefehlt hatten, damit sie sich wirklich treffen konnten.

Genau gleich verhält es sich in der Produktentwicklung: Einen guten Dienstleister macht aus, entscheiden zu können, ob er eine Annahme treffen kann, oder ob eine Rücksprache mit dem Kunden notwendig ist. Das gleiche gilt auch für interne Teams sowie Product Owner im Umgang miteinander und mit weiteren Stakeholdern. Je länger sich ein Team kennt, je besser ein Team den Geschäftsfall oder das Produkt, für das es entwickelt, kennt, umso mehr Annahmen können getroffen werden.

Oft jedoch werden zu früh und zu viele Annahmen getroffen. Entsprechend spielen weitere Faktoren wie Vertrauen, Business Know-how sowie die Zusammenstellung und Prozesse innerhalb eines Teams eine Rolle. In der agilen Welt werden diese Faktoren durch einen guten Scrum Master bzw. Agile Coach stetig weiterentwickelt, und die Effektivität von Teams damit gesteigert.

Über grundlegende Erfolgsfaktoren, die in agilen Frameworks immer genannt werden bzw. die die Basis für deren Umsetzung bilden, möchte ich hier nicht vertieft eingehen. Aber gerne gehe ich darauf ein, wie wir als IT-Dienstleister damit umgehen und wie wir diese Frameworks so gut wie möglich umsetzen.

Als Panter Mitarbeiter wechselt man mehr oder weniger häufig Domänen, Branchen und Produkte. Daher ist einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren für uns eine Stärkung der Rollen von Product Owner und Scrum Master. Oft unterschätzen Kunden den initialen Aufwand für einen Product Owner, denn dieser muss ein gutes erstes Requirements Engineering mit dem Kunden durchführen, um überhaupt ein Story-Gerüst für die Entwicklung erstellen zu können.

Um all diese Herausforderungen zu meistern ist es uns wichtig, dass der Product Owner vom Kunden eng unterstützt wird, oder im besseren Fall sogar vom Kunden gestellt wird. Diesem stellen wir nach Bedarf einen erfahrenen Product Owner von Panter als Coach zur Seite. Zusätzlich wird das Team durch einen unserer Scrum Master bzw. Agile Coache unterstützt. Dieser sorgt dafür, dass für den Kunden der grösste Nutzen und damit der grösste Business Value aus den Tools der unterschiedlichen agilen Frameworks gezogen werden kann. Zu guter Letzt ist es für uns wichtig, als IT-Dienstleister über möglichst stabile und cross-funktionale Teams (“Diversity”) zu verfügen, um qualitativ hochwertige Produkte liefern zu können.

Inzwischen arbeiten wir Panter in mehr als 80% unserer Projekte nach einem agilen Framework und haben damit die Zusammenarbeit mit unseren Kunden erheblich verbessern können. Unseren Erfolg können wir auf einer beachtlichen Zahl Stammkunden abstützen.

Haben wir Ihr Interesse geweckt?

Wir bieten kompakte Workshops und Coachings, um auch Ihrem Team in Sachen Agilität nochmals einen extra Schub zu verleihen. Buchen Sie jetzt einen Sprint mit uns unter hello@panter.ch oder 044 500 29 04.

Beim Agile Product Development Workshop von Panter im Juni 2019:

Agile1

Agile2

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